Azubis heben medizinischen Schatz

Düsseldorf.

Es war ein kleiner medizinischer Schatz, den Lehrer Efim Flom und seine Schülerinnen und Schüler – allesamt in der radiologischen Ausbildung als sogenannte MTA-Rs (Medizinisch- Technische/r Radiologie-Assistent/Innen) am Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) – bei Umbauarbeiten entdeckten. Sie fanden mehr als 50 Glasplatten von der Größe eines DIN A4-Papierblatts. Dabei handelt es sich um mit Gelatine-Bromsilber-Lösung beschichtete Glasplatten mit Röntgenaufnahmen – überwiegend Darstellungen des Brustkorbs. Da die Aufnahmen gut lesbar beschriftet waren, wurde schnell deutlich: Sie sind zwischen 1909 und 1921 entstanden.

 

Gerade einmal 15 Jahre zuvor hatte Wilhelm Conrad Röntgen die Röntgentechnik erst entdeckt. „Man kann die ge- röntgten Knochen und das Gewebe noch gut erkennen“, sagt Efim Flom. Gemeinsam mit seinen Schülerinnen und Schülern hat er sich auf Spurensuche begeben. Mitten in ihr Projekt platzte die Nachricht von den ersten Corona-Fällen in Deutschland. Flom: „Schon in der ersten Auswertung haben die Schüler herausgearbeitet, dass ein großer Teil der Aufnahmen gemacht wurde, um ein Röntgenbild der Lunge zu haben. Das wurde vor allem für die Behandlung von Tuberkulose gebraucht. 110 Jahre nachdem die Aufnahmen gemacht wurden, benutzen wir genauso Röntgenaufnahmen, um eine Lungenerkrankung zu diagnostizieren. Die geschichtliche Verbundenheit zu unseren Vorgängern hat uns sehr beeindruckt.“

1925, „Medizinischen Klinik“ der damaligen Städtischen Krankenanstalten in Düsseldorf. Foto: Universitätsarchiv Düsseldorf
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